Hans Unstern – Kratz Dich Raus
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01 Anglet
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02 Endlos Endlos
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03 Interlude
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04 Paris
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05 Flecken
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06 Tief Unter Der Elbe
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07 San Simon
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08 Ein Coversong
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Anglet
Mein Leben hangelt sich an Autobahnen entlang
Automobile hasse ich mehr als alles
Werd mir einen Zebrastreifen malen
Wie sie ihrem Ziel entgegen rasen
Wie sich auf der Ueberholspur Penisse jagen
Mein Blick verbeugt sich mehr und mehr
Aus dem Strassengraben befuehle ich die Dinge neu
Ich liege so krumm und falte mir die Ohren dicht
Nachts ist manchmal fuer fuenf Minuten Ruhe
Ueber mir die Frau im Mond
doch ihr Glaenzen steckt im Stau
Ich habe vertrocknete Tinte fuer ein dickes Buch im Bauch
Blei auf der Stirn und Rost unter den Augen
Der Weg ist denkbar ausschliesslich
Ich murmele einige Bartworte auf mein Blech
ueberwuchert von Planken und Heulen
Wieder ein Jahr
Ich friste den Winter mit Schreiben fuer Klarinette
Der waermste Klang den ich mag
Es darf nicht jeder Ton vorkommen
Es braucht Zeit
Ein Stueck schreibt sich in so drei Monaten
wenn ich Glueck habe zwei bis zum Gruen
Wenn die Froesche zur Wanderschaft rufen
habe ich bald Freunde die mit grossen Augen
ohne Sorge Geisterbahnfahrer beschwoeren
Ich sehne das Fest herbei
Am Ende der Storchenwiese feiern wo ich liege
Wir basteln Fluegel aus Unrat
Hitzesommerpolaroids
von Ellenbogen ueber sonnendurchglutetem Teer
Fuer meine Glasfasergalerie im Spinnennet
sammle ich robbend Zigarettenstummel
um von dem Pfand die Maut zu zahlen
Ein Ellenbogen waescht den andern
Im Herbst halte ich Winterschlaf
umgeiert von Raben ueber mir wie fettes Laub
Ich habe einen Deal mit den Ratten des naheliegenden Abortes
Sie bringen mir siebzig Kilo Kastanienlaub
und ich verrate ihnen in welcher Karosse Kokain lagert
Urlaub unter Laub
In der fuenften Jahreszeit
der schwierigsten im Graben
verharre ich im Lunayoga
Es funktioniert im Liegen und ist lebensnotwendig
wo angestaunte Touristen meinen Tod diagnostizieren
Du sagst du kennst den Weg
Oh Mathilde
ich bin dir gefolgt wie ein Falter Neonlicht
Wo die blauen Risse ihre Toene mischen
lass uns noch zwei Takte laenger stehen
Du willst die Welt vergessen gehen
Es ist dir egal was sie spielen
Du willst einfach nur spielen
Ich klammer mich an meinem Strohhalm fest
Stolper ueber die Strahlen der Kugel
ins Endlos endlos bloss
Hol uns hier heraus und ich sag Ja
Durch die Nebel
Durch den Applaus
und ich sag Ja Ja Ja
Und ich sag
Oh Mathilde
ich haette gern mit dir getanzt
truege ich dein Kleid
und du meinen Bart
Oh Mathilde
ich haette gern mit dir getanzt
zu dem Klick und Klack
eines Kaugummiautomaten
Oh Ja
Du sagst du kommst aus deinem Traum
Oh Mathilde
dieses staendige Erwachen nur um Traeume neu zu entfachen
Ist dir das auch Herzschmerz im Bauch?
Intro Verse Pre-Chorus Chorus Verse Pre-Chorus Chorus
Ich will mich arglos um mich drehen
zu Musik die sich an Spielregeln haelt
Ich kann mich nicht verstehen
Ich wuerde mich gerne auch so winden so finden so verschwinden
Hol uns hier heraus und ich sag Ja
durch die Gewitter
Durch den Applaus
und ich sag Ja Ja Ja
Und ich sag
Oh Mathilde
ich haette gern mit dir getanzt
zum Beispiel im Supermarkt
vor dem Salat
Oh Mathilde
ich haette gern mit dir getanzt
mitten auf der Nase
des blassen Mondes
Oh Ja
Paris quel beau souvenir
Wann lerne ich dass Nacht ohne Mond keine Schatten malen kann?
Punkt Punkt Komma Strich fertig
Wann sehe ich ein Gesicht das mich nicht mehr an dich erinnern kann?
Wann? Stunden Tage Jahre lang
Wann lernt mein Hier dass mein Nur nur jetzt Dasein sein kann?
Wann faengt es an? Wann?
Wann lernt mein Warten dass es ohne mich keinen Weg gehen kann?
Muss kann muss muss ich
Mal mir den Rat der Zeit
Radier die Wirklichkeit
Lasse den Weg nach vorn zurueck
Ich finde nichts ich finde nichts
so gut wie nichts ich finde
ein scharfes Foto mit etwas Glueck
Still Leben Augenblick
Wann lerne ich dass ich den Moment nicht festhalten kann?
Wann? Wann? Wann? Nie! Wann?
Wann lernt der Moment dass er mich nicht zurueckholen kann?
Wann? Wann? Wann? Nie! Wann?
Ich lass Menschen vorbei ziehn
wink ihnen hinterher
verlang nach ihrem Bann
Komm dreh dich um und schau zurueck
und komm zurueck und sprich mich an
frag mich ob du mich retten kannst
fordere mich auf zum Tanz
Wann lerne ich dass mich ein Gesicht nicht beeindrucken kann?
Wann? Wann? Nie! Wann?
Wann lernt das Retten dass ich nur nur nur ich selbst nur wann?
Wann? Wann? Nie! Wann?
Paris quel beau souvenir
Wann lerne ich dass ich Nacht nicht ohne Mond malen kann?
Punkt Punkt Komma Strich fertig
Der kaputte Mann sitzt in der Ecke
Ein Flecken auf der Placa de Catalunya
Ein Steinbrot im Gespecht der picken Tauben
Gierig kommen tausend Freunde da
Gebt ihm gebt ihm gebt ihm Fluegel er will gleiten
Durchschweben schwerelose Zeiten
Richtung Sturzflug einem Donner in die Arme
Der kaputte Mann flucht aus dem Regen
in den Schleim der Daecher der Boqueria
Er schlingt einen tiefen Schluck
Wartet auf ein Wunder
Auf Rauschgoldengel
Eine Rauschgoldmama
Im Schein der Fruechtefarben
Unhaltbare Kraft
Der naechste Blitz wieder der Schlund der ihn zerklafft
Er moechte nicht zurueck
Dahin wo es gut riecht
Der kaputte Mann kotzt in die Metro
Er hat sich die Spielregeln neu beigebracht
Er widerhallt das alte Lied der schiefen Toene
Entlaesst die Fahrgaeste in ihre Schlacht
Die dunkle Stadt schluckt ihn in Vergesslichkeit
Knickt ihn durch Pappe in sein Abendkleid
auf ein Kissen aus Asphalt
Von tief unter den Raedern sieht er den Mond
im Bogen von den Traenen der Wolken verschont
Als ein Versickern schlaeft er ein
Aussichtloses Aus
unter den Wolken
Ich habe mich entschieden
Das Rad der Zeit hat mich ueberrollt
also bin ich geblieben
Tief unter der Elbe
Tief unter der Elbe
Ich fuehle mich fast unentbehrlich
an diesem unwichtigen Ort
Der langwierige Klang des Tunnels
will wie ich hier nicht mehr fort
Tief unter der Elbe
Tief unter der Elbe
Seine Blicke abgezaehlt
Seine Groschen zahlen
Er berechnet sich
Schritte hallen die Hallen entlang
Die Sekunden
lassen mich endlich wieder im Stich
Tief unter der Elbe
Tief unter der Elbe
Ihr spaetes Laecheln und mein winselndes Lied
verstehen sich zu uebersehen
Der Border Terrier zu ihren Fuessen
probt seinen Trick
Einfach weiter ziehen
Tief unter der Elbe
Tief unter der Elbe
Tief unter Wolken
Tief unter Strom
Ich hoere meinen Namen
wie er von den Waenden faellt
Es ist die sternlose Zeit
die meine Hand jetzt haelt
Tief unter der Elbe
Tief unter der Elbe
Tief unter der Elbe
Tief unter der Elbe
Ich wende mich Skeletten zu
weil ich sehe wie gut dir das tut
Wie du im Uebermut ertrinkst
in dem du Leben suchst
Deine Freude lacht mich aus
Dein Applaus ist mir zu laut
Was habe ich hier verloren?
Wer holt mich hier raus?
Ein Elixier regiert die Nacht
Reagiert mit deiner Macht
Der letzte funke Wahnsinn
in mir bleibt unentfacht
Ich hoere Worte leise an
Faerb mich rot wo du lachen kannst
Morgen erinnere ich alleine mich daran
Im Mondschein begegne ich dir dann
als Igel auf deinem Kopfkissen
in meinem Bett aus Sand
Du fragst mich
»Was hast du hier verloren?
Leer deine Schuhe aus und lauf!
Leer deine Schuhe aus und lauf!«
Schael dich aus dem Torf
Lass den Regen helfen
Der Dunst der Nebel
Wie der Tau in der Knospe ertrinkt
Waelz dich entlang der Suempfe
Wunder die Wege
Wiege die Krumen
Kratz dich raus
Schicht um Schicht
Schattentat
Bis du am Wasser nur noch Hauch bist
Fliegen tanzen dein Hologram
Dein Spiegelbild ist blind
Die Einsicht kommt
als Wasserschwebe
entlang der Wurzelausstellung
Zurueck in die Blauwiege
Zurueck in die Ozeane
Der freie Fall raet deinem Wolkenbruch:
Durchfliege den Violettboden
bis dein Schatten verdampft
Vergewissere dich der orangenen Faltmoeve
in deiner Tasche
Vor deinen Augen
wuerde sie dich nur wieder begeistern
Ein Kokon
Ein Korsett
Ein Uebergang
Ein Sarg
Ein Wunsch
Du Springst in den Chorus
Aus allen Wolken
Thoughtdreams be my parachute
Ein Coversong
Gedankensprungflut
Dunkelheit versengt die Grenzen
Du fuehlst dich frei
im Sinne von faehig zu Denken
Mit deinem hauptsaechlich versteckten Stich
bist du nun vollkommen zustaendig
Kuehl nimmst du die Blumen
Hoeflich ehrlich sicher
Entgegen aller Erwartung
Selbstverstaendlich teilst du sie dem Schatten zu
Zu Hause kochst du dir deine eigene Buchstabensuppe
Wenn dir das Salz fehlt
beweine die Unwoerter auf deinem Loeffel
Ein Kokon
Ein Korsett
Ein Uebergang
Ein Sarg
Ein Wunsch
Du Springst in den Chorus
Aus allen Wolken
Thoughtdreams be my parachute
Ein Coversong
Kratze den Mann aus dir raus
Verrate die Laender deiner Vaeter
Keine Arme keine Beine
Keine Ohren nur Gefieder
In der Ferne singt eine starke Stimme deine Lieder
Du kannst es nicht mehr hoern
Es klingt wie jubelnde Sieger
Du hast nichts mehr zu melden



